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© Destination Davos Klosters, Andrea Badrutt

Am Samstag, 15. Oktober 2022 wurde die Kletteranlage Sunniberg Climbing feierlich der Öffentlichkeit übergeben. Nach dem offiziellen Teil ging es für viele ans Eingemachte, und die neue Klettermöglichkeit wurde in Beschlag genommen.

Klosters blickt im 2022 auf eine 800 Jahre alte Geschichte zurück. Der Bergsport hat im Dorf im hinteren Prättigau eine lange Tradition, Bergführer prägten schon immer die Geschicke des Tourismusortes und beweisen mit dem Projekt Sunniberg Climbing das auf sehr moderne Art.

Die 526 Meter lange, imposante Sunnibergbrücke ist mit ihren filigranen Pfeilern seit ihrer Eröffnung 2005 zum architektonischen Wahrzeichen von Klosters geworden. Die elegante Brücke des renommierten Architekten Christian Menn (1927-2018) sorgt bereits in der Kletterwelt für Furore: Am 15. Oktober wurde an ihrem 77 Meter hohen Pfeiler N°2 der einzigartige Klettergarten «Sunniberg Climbing» eingeweiht.

Mit über 600 Klettermetern in 22 Routen, 2 davon Mehrseilrouten, und mit Schwierigkeitsgraden von 4a bis 8a lockt die neue Kletteranlage zu spektakulären Erkundungstouren am imposanten Bauwerk. Die Routenbauer haben dafür 2‘300 Griffe montiert. 24 Leimkartuschen respektive rund 10 Liter Leim wurden für die Kletteranlage verbraucht und bei Wind und Wetter wurde seit Juni 2022 – meist am Seil hängend – an der Umsetzung der Routen gearbeitet.

Die verwegene Idee einer Kletteranlage an der ikonischen Brücke hatte der einheimische Bergführer Marco Benz schon bei der Eröffnung der Brücke. Dass sie Realität werden könnte, wagte am Anfang niemand zu glauben, die Brücke war unantastbar. „Als junger Kletterer mit Kollegen bei einer Runde Bier am Lagerfeuer fabulierten wir über diese Idee.  Die einzigartigen Linien und Formen sind für jeden Kletterer bestechend, jeder Kletterer sieht direkt Routen darin“, schwärmt Marco Benz. Die Idee liess Benz nicht los. Jahre später, als Bergführer, fand er mit Marc Bless, damals Projektmanager Bergsport von Prättigau Tourismus, einen Gleichgesinnten und ein neuer Anlauf wurde gestartet. Im Rahmen des Impulsprogramms des Jubiläums «800 Jahre Klosters» konnte das Projekt nun realisiert werden.

Im Juni 2022 waren die Bewilligungen da und der Startschuss zum Bau konnte gegeben werden. Mit Peter Keller und seiner auf den Bau und die Entwicklung von Klettergärten spezialisierten Zürcher Firma «attactive» konnte ein versierter Fachmann gewonnen werden, der die Pläne in die Tat umsetzte. Der Respekt dem Bauwerk gegenüber stand im Mittelpunkt, sämtliche Arbeiten wurden so vorgenommen, dass die Wirkung und Strahlkraft der Brücke nicht beeinträchtig wurde. So wurden beispielsweise ausschliesslich dezent sichtbare Klettergriffe in grauer Farbe montiert.